Hallo ihr Lieben,
mein Computer ist kaputt und dort waren all eure Mailadressen gespeichert, welch ein Jammer. Deshalb werde ich euch nun hier auf den neusten Stand bringen. Das trifft sich eigentlich auch ganz gut, denn ich wollte mich sowieso mal auf unsere Internetseite präsent zeigen.
Jetzt ist zwar schon Februar, doch kann ich meine Erlebnisse des Dezembers nicht unerwähnt lassen. Wie ich ja bereits in meiner Rundmail erwähnt habe, haben mein Freund Markus und ich Weihnachten auf der Ilha Grande verbracht. Eine Trauminsel in der Nähe von Rio de Janeiro. Auf der Insel gibt es weder Straßen noch Autos, denn sie ist zu über 90 Prozent mit dichtem brasilianischen Regenwald bedeckt. Es gibt ein einziges kleines Dorf auf der Insel, in dem auch unsere Pousada stand. Diese war an einem Hanggarten gebaut und von unserem mit Hängematte ausgestatteten Balkon haben wir direkt aufs Meer geblickt. Traumhaft!
Heilig Abend war ein absolutes Highlight. Ausgestattet mit Taucherbrille, Schnorchel, Flossen und Unterwasserkamera sind wir mit unseren Kanus aufs Meer hinaus gepaddelt. An einer kleinen Insel haben wir Halt gemacht, dort unsere Kanus abgestellt, unsere Ausrüstung angezogen und sind in die Unterwasserwelt ab getaucht. Rund um die Insel war ein kleines Riff. Wir haben Korallen, Seeigel, Kugelfische, Seesterne von 60 cm Durchmesser und Dorifische beobachten können. Ich wollte gar nicht mehr auftauchen so verzaubert war ich von dem Anblick der vielen bunten Meerestiere. Nachdem wir in dem romantischen Restaurant unserer Pousada zu Abend gespeist hatten und die Christmesse der kleinen Dorfkirche besucht hatten, hat Markus unser gemütliches Pousadazimmer mit Kerzen beleuchtet und das Christkindelein gespielt. Von den zwei Koffern die Markus mitgebracht hat, war einer komplett für mich und so durfte ich am heiligen Abend allerlei Geschenke von meinen Lieben aus Deutschland auspacken. Noch ein mal vielen Dank dafür. Ich habe mich riesig gefreut!
Ansonsten haben viel mit meinen Freundinnen Klara und Carina gemacht, dir zur gleichen Zeit ebenfalls mit ihren Freunden dort waren. Gemeinsam haben wir wunderschöne Tage an endlose weißen Stränden verbracht, haben eine Regenwaldwanderung bis zu einem verstecktem Wasserfall unternommen, haben uns in Strandbars rumgetrieben, oder Bootstouren mit unserem Freund Pedro unternommen, ein Einheimischer im Besitz eines alten Tukkerkahns.
Und dann gings nach Rio de Janeiro, wo wir ein unvergessliches Silvester an der Copacobana erlebten. Zu der Stadt selbst, sie ist krass! Vor allem gibt es dort krasse Gegensätze. Ich hatte unser Hotel über ein Reisebüro gebucht. Es war für 20 Euro die Nacht relativ günstig. Als wir allerdings ankamen sind wir fast umgefallen, anders als erwartet war es das reinste Luxushotel. Wir hatten eine Dachterrasse mit Pool, Sauna und ein Fitnesscenter! Dort saßen wir am ersten Abend und hatten einen Blick über die ganze Stadt. Wunderschön! Leider war der Blick nach unten erschreckend. Dort lagen bestimmt 40 Obdachlose auf ihren Pappen und haben irgendwie versucht einzuschlafen. Das war schon krass, mir ist richtig schlecht geworden!
Obwohl ich mir der Schichtenunterschiede hier bewusst bin, finde ich es immer wieder grausam damit konfrontiert zu werden. Diesmal habe ich mich nicht als außenstehende Betrachterin gefühlt, sondern ich war eine von den Reichen. Das ist schon ein sehr komisches Gefühl.
Insgesamt allerdings kann ich nur sagen, dass ich eine sehr erlebnisreiche Zeit hinter mir habe und ich diese Reise wohl nie vergessen werde.
Até mais,
Eva aus Ibirité